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Die kleine Kolumne - was wäre, wenn ...


Was wäre, wenn …

Mir ist vor ein paar Wochen eine Frau auf mein stehendes Auto aufgefahren und hat einen erheblichen Schaden hinterlassen. Was wäre, wenn … ich eine andere Route gefahren wäre? Dann wäre mein Auto jetzt nicht in der Werkstatt und ich würde nicht in unserem Dorf festsitzen!
Diese Fälle möchte ich nicht in dieser Kolumne besprechen, mehr so die, wo wir uns oft fragen: was wäre, wenn …

Wenn das Schicksal gnadenlos um sich schlägt und uns einen Trümmerhaufen von Emotionen hinterlässt, dann fragt man sich schon, was wäre, wenn man anders gehandelt hätte. Wenn man sich nicht in den Mann verliebt hätte, der im Nachgang außer dem eigenen Herz auch noch die halbe Wohnungseinrichtung mitgenommen hat, weil er einfach ein Arsch ist und wir so blind waren und es nicht gesehen haben. Wer kennt diese Situationen nicht, in der wir ernsthaft an unserer Menschenkenntnis zweifeln?

Was wäre, wenn ich einen anderen Beruf gewählt hätte, der noch ein paar Jahre mehr an Schule und lernen gekostet hätte? Dann wäre ich nicht da, wo ich mich jetzt befinde und hätte vielleicht mein Berufsleben mehr genossen? Ist das wirklich so einfach? Warum handeln wir zu einem Zeitpunkt so, wie wir es tun? Sind wir so kurzsichtig? Warnungen und Tipps sind zwar willkommen, aber eigentlich tun wir doch das, was wir in dem Moment für richtig empfinden.

Prinzipiell haben wir jeden Tag solche Entscheidungen zu treffen. Was wäre, wenn ich mir nicht das Mohnbrötchen am Morgen gekauft hätte, sondern doch lieber das Laugenbrezel? Dann wäre mir jetzt vielleicht nicht schlecht! Meistens fragt man sich erst dann, wenn etwas schief gegangen ist! Wenn wir mit Konsequenzen, die aus falsch entschiedenen Situationen entstehen, kämpfen müssen. Wenn alles gut geht, hinterfragen wir nichts.

Ich sag euch was: wenn ihr älter werdet und die Vergangenheit oft eine größere Rolle spielt als die Gegenwart (das passiert tatsächlich) dann fragt man sich häufiger: was wäre, wenn … ich das oder das anders gemacht hätte? Oft spielt Reue, Schmerz und Traurigkeit in diese Gedanken hinein. Aber genau diese Gefühle sind auch ein Prozess! Wenn immer alles glatt geht, dann lernen wir nichts. Wir können in manchen Situationen nicht auf den Pool „aha, das kenne ich“ zurückgreifen und uns durch das Leben manövrieren. Es ist schwer, das zu verstehen, wenn wir vor einem Scherbenhaufen stehen … es ist in dem Moment auch kein Trost. Aber es bringt uns weiter! Wichtig ist in diesem Lernprozess, dass wir uns nicht verschließen oder eine Mauer um uns bauen, damit der Schmerz keinen Zugang mehr zu uns findet. Viele Menschen tun das und ich gehörte unbedingt dazu! Wir müssen einfach lernen, diesen Prozess zu akzeptieren.
Menschen sind dafür prädestiniert, Fehler zu begehen. Das macht auch das Menschsein aus! Wir müssen nur lernen, damit umzugehen. Und wenn das alleine nicht gelingt, dann holt man sich professionelle Hilfe. Und schönreden bringt da gar nichts, dann lernen wir nichts aus beschissenen Situationen! Wenn wir diese Erkenntnisse an unsere Kinder weitergeben wollen, dann sind sie meist auf Contra gepolt und denken insgeheim, wir hätten gelinde gesagt einen Vogel! Bringt nämlich nichts, theoretische Werte vermitteln zu wollen :-) … sie müssen es selbst erleben. Und sagt hinterher niemals: ich hab es dir gleich gesagt! Ganz schlecht! Konnte ich auch nicht leiden, wenn meine Eltern das gesagt haben.

Jeder muss erLEBEN … darum heißt das vermutlich auch so, weil es einfach dazu gehört. Mein Ziel im Leben war und ist, dass ich als alte Frau in meinem Ohrensessel sitzen kann und denken darf: es war gut so und ich habe mein bestmöglichstes gegeben. Dazu gehört auch, dass ich vieles ausprobiert habe, was ich mir im Nachgang hätte schenken können oder müssen.

Ein großes Resümee zu „was wäre, wenn …“ gibt es anzumerken, wenn man sich im fortgeschrittenen Alter befindet: ich wäre nicht das was ich bin, wenn ich mich anders entschieden hätte! Und bist du zufrieden mit dir und deinem Leben, dann hast du es doch richtig gemacht. Bist du nicht zufrieden, dann hinterfrage dich, was du ändern kannst! Dazu gehört Mut. Ich war immer mutig und habe oft unsympathische Entscheidungen getroffen, die in die Kategorie „manmanman“ gehören :-), aber letztendlich mag ich mich, so wie ich bin. Vermutlich würde ich alles wieder so machen, wenn ich die Chance auf ein zweites Leben hätte … obwohl … manches hätte ich mir echt nicht geben müssen. Aber was wäre, wenn …? Müßig darüber nachzudenken oder?

Ich wünsche euch ein zauberhaftes Wochenende
Edith





Kommentare

  1. toll geschrieben ;) ich frag mich das auch ab und zu... was wenn ich mich anders entschieden hätte oder....
    letztens hab ich mit meinem Freund über "warum ist das und das passiert", "was hat das für einen Sinn oder Grund" ...
    Das Leben ist einfach so und man sollte das Beste draus machen... Wir haben nur dieses eine Leben...
    GLG und schönes Wochenende, Geraldine

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  2. Super, Edith! Ganz auch meine Meinung! LG Bärbel K.

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